Weiden ein „gallisches Dorf“ in der Oberliga

Die Verantwortlichen des 1. EV Weiden informierten beim Fan-Stammtisch über die aktuelle Situation, gaben einen Ausblick und stellten sich den Fragen der Besucher. Von links: Teammanager Christian Meiler, Trainer Markus Berwanger, Moderator Manuel Stöckl, zweiter Vorsitzender Tobias Hacker, Vorsitzender Thomas Siller und Pressesprecher Thomas Gajewski. Bild: Gebert.Vorsitzender Siller will die Mannschaft trotz begrenzter Mittel verstärken – Fan-Stammtisch bei den Blue Devils

Weiden. (gb) In angenehmer Atmosphäre ging am Dienstagabend der Fan-Stammtisch der Blue Devils in der Gaststätte zur Hans-Schröpf-Arena über die Bühne. Die wichtigsten Neuigkeiten (wir berichteten) – die weitere Zusammenarbeit mit Teammanager Christian Meiler und die Vertragsverlängerung mit Stürmer Marcel Waldowsky – quittierten die zahlreich anwesenden Anhänger mit viel Beifall.  

Vorstand und sportliche Leitung des 1. EV Weiden zogen zudem eine Zwischenbilanz der laufenden Saison, gaben einen Ausblick auf die Pre-Play-offs und informierten über erste Planungen für die kommende Spielzeit.

Etat liegt bei 750000 Euro

„Das ist für unsere Seele wichtig“, freute sich Vorsitzender Thomas Siller, dass „wir endlich wieder Derbys gewonnen haben“. Er bezeichnete Weiden als „gallisches Dorf“ in der Oberliga Süd. „Mit unserem Etat von 750000 Euro liegen wir klar hinter unseren Nachbarrivalen Selb, Bayreuth und Regensburg“, sagte Siller. Bei dem Trio liege der Etat über einer Million Euro. Das Ziel sei, die Mannschaft mit den begrenzten Mitteln noch etwas stabiler zu machen. Bei Spielerverpflichtungen sei aber nicht alles möglich. „Da müssen wir immer das Preis-Leistungs-Verhältnis im Blick haben“, gab Siller zu bedenken.

Trainer Markus Berwanger ist mit dem bisherigen Saisonverlauf „im Großen und Ganzen“ zufrieden. Zu Beginn sei nach den zwei schlechten Jahren eine Verunsicherung spürbar gewesen. Mit Blick auf die Pre-Playoffs meinte der frühere Nationalspieler, dass das Heimrecht nicht automatisch bedeute, wer der Favorit sei. „Wir wollen aber unbedingt den achten Platz halten. Schon deshalb, damit wir wegen unserer vielen berufstätigen Spieler am Freitag und eventuell am Dienstag keine Auswärtsfahrt haben.“ In diesem Zusammenhang kündigte Hauptsponsor Tobias Schieder an, dass er für das erste Auswärtsspiel in Sonthofen oder Grafing einen Fanbus finanziere.

Teammanager Christian Meiler betonte, dass die Mannschaft konkurrenzfähig sei und heuer einen Schritt nach vorne gemacht habe. „Es wird aber auch in Zukunft schwer sein, um die Plätze eins bis drei mitzuspielen.“ Zu den Transfers sagte „Smiley“, dass „gute deutsche Spieler ihren Preis haben und bei der Verpflichtung von Ausländern der Faktor Glück dazugehört“. Für kommende Saison will Meiler den Kader punktuell verstärken. „Ich kann nicht versprechen, ob es gelingt, aber wir brauchen Führungsspieler.“

Zellner ins Trainerteam?

Bisher stehen die Keeper Fabian Hönkhaus und Daniel Huber (er hatte im Vorjahr einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben) sowie Stürmer Marcel Waldowsky unter Vertrag. Neben weiteren Kandidaten will Meiler den zur Zeit verletzten Verteidiger Florin Ketterer an den Verein binden. Der 22-Jährige wollte sich aber am Dienstag noch nicht zu seiner Zukunft äußern. Nicht mehr zum Kader wird Urgestein Florian Zellner gehören, der aber nach Meilers Vorstellungen dem Trainerteam um Markus Berwanger beitreten soll. Zudem soll für den Kapitän ein Abschiedsspiel organisiert werden. Im August sei ein zweiwöchiges Trainingslager geplant, mit dem Spiel gegen einen attraktiven Gegner als Höhepunkt. „Letztes Jahr war Crimmitschau da. Vielleicht wird’s diesmal höher“, sagte Meiler.

Die Diskussion hielt sich in Grenzen, weil die Fans mit Fragen geizten. Christine Wohner vom Fanclub Penalty wollte von Trainer Berwanger wissen, warum Florian Zellner heuer kaum zum Einsatz kam. „Eine schwierige Frage“, meinte Berwanger, die Antwort gab Zellner selbst: „Ich bin nach meinem Kreuzbandriss nicht richtig reingekommen, akzeptiere aber meine Rolle.“ Dann gab Berwanger doch noch ein Statement ab: „Es ist nicht einfach für ihn, für mich aber auch nicht. Er hat sich aber nie hängen lassen oder schlechte Stimmung verbreitet. Er hat Charakter und ist ein echtes Vorbild!“

Quelle: Rudi Gebert, Der neue Tag vom 25.02.2016.

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