Verrücktes Derby mit 15 Toren: Blue Devils unterliegen den Selber Wölfen mit 5:10

Die Zuschauer bekommen im Derby zwischen den Blue Devils und den Selber Wölfen ein Tore-Festival geboten, für die beiden Trainer dagegen ist das Match fast zum Verrücktwerden. 15 Treffer fallen am Sonntag in der Weidener Hans-Schröpf-Arena, der Sieg geht verdient an den Favoriten aus Oberfranken.

Er sei während des Spiels um 20 Jahre gealtert, sagte der Selber Trainer Henry Thom, für Devils-Coach Milan Mazanec war es einfach nur “chaotisch”. Für die rund 2200 Zuschauer dagegen bot das letzte Hauptrundenspiel zwischen den beiden Nachbarrivalen jede Menge Unterhaltung. 15 Tore gab es zu bejubeln, wobei der Tabellendritte Selb doppelt so viele erzielte wie der Achte Weiden. Die Blue Devils zogen mit 5:10 (1:2, 3:4, 1:4) den Kürzeren.

Die Blue Devils, die sich mit dem 6:3-Sieg in Deggendorf vorzeitig das Ticket für die Meisterrunde gesichert hatten, konnten im Derby nicht an die starke Defensivleistung vom Freitag anknüpfen. Sie verzeichneten eine hohe Fehlerquote und liefen immer wieder in die Konter der Selber, die mit ihrer individuellen Klasse die Weidener Schwächen gnadenlos ausnutzten. “Am Freitag haben wir gezeigt, wenn alle 100 Prozent geben, können die Leistungsträger Spiele entscheiden. Heute hat nur die dritte Reihe geduldig und konsequent gespielt”, sagte Milan Mazanec.

Dabei begann das Match für sein Team optimal: Nach 58 Sekunden gelang Josef Straka das 1:0. Doch die Selber Antwort kam prompt, denn 50 Sekunden später markierte Marius Stöber, Förderlizenzspieler von den Lausitzer Füchsen, das 1:1. Der Favorit hatte fortan leichte Vorteile und ging durch Kyle Piwowarczyk (11. Minute) in Führung. Auf der Gegenseite hatten Josef Straka und Marcel Wal-dowsky Ende des ersten Drittels den Ausgleich auf dem Schläger.

Siller ins Klinikum

Im zweiten Abschnitt erwischte Selb einen Blitzstart: Nach 16 Sekunden erhöhte Landon Gare auf 3:1. Neben den Schwächen in
der Defensive offenbarte Weiden am Sonntag auch große Mängel in der Chancenverwertung. Das 2:3 lag mehrfach in der Luft, jubeln durften aber wieder die Wölfe-Fans, als Jared Mudryk einen Konter zum 4:1 abschloss (27.). Zehn Sekunden später keimte beim Weidener Anhang nach Lukas Zellners Tor zum 2:4 wieder Hoffnung auf. Und tatsächlich kämpften sich die Weidener zurück ins Spiel. Begünstigt wurde die Aufholjagd durch einige Strafzeiten der Gäste, wobei für Dominik Kolb nach einem Check gegen den Kopf von Philipp Siller das Match mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe beendet war. Siller wurde vorsichtshalber ins Klinikum gebracht. Es scheint aber “nicht schlimmer” zu sein, wie Mazanec nach dem Spiel meinte.

Mit zwei Überzahltoren (31./38.) besorgte Tom Pauker den Ausgleich, doch dann schlugen sich die Blue Devils selbst. In Überzahl kassierten sie das 4:5 durch Mudryk (39.) und 1,3 Sekunden vor der Drittelsirene markierte Florian Ondruschka den sechsten Treffer für die Gäste. “Das Gegentor zum 4:5 in Überzahl war entscheidend”, sagte der Weidener Coach. Zudem dürfe das Tor in der letzten Sekunde nicht passieren. Die Blue Devils bemühten sich zwar im Schlussdrittel um die Wende, doch es reichte nur noch zu einem Treffer durch Josef Straka (45.). Auf der Gegenseite bewiesen die Selber ihre Qualität und schossen durch Kyle Piwowarczyk (44.), Landon Gare (52.), Jared Mudryk (53.) und Marius Stöber (59.) den zweistelligen Sieg heraus. “Ich habe selten so viele schön herausgespielte Tore in einem Spiel gesehen”, freute sich Wölfe-Trainer Thom über die Offensivleistung seiner Mannschaft.

Am Freitag in Rosenheim

In die Meisterrunde starten die Blue Devils am Freitag um 19.30 Uhr mit der Partie bei den Starbulls Rosenheim. Das erste Heimspiel steigt am Sonntag (18.30 Uhr) gegen den ERC Sonthofen. Der komplette Spielplan folgt in der Dienstagausgabe.

Blue Devils Weiden: Wiedemann – Herbst, Noe, Schusser, Willaschek, Hendrikson, Schreyer – Heinisch, Straka, Stähle, Siller, Abercrombie, Waldowsky, Pauker, Kirchberger, Zellner, Pronath

Selber Wölfe: Deske – Böhringer, Müller, Pozivil, Ondruschka, Kolb, Kremer – Piwowarczyk, Hördler, McDonald, Schiener, Gare, Moosberger, Stöber, Mudryk, Neumann

Tore: 1:0 (1.) Straka (Heinisch, Noe), 1:1 (2.) Stöber (Piwowarczyk, Gare), 1:2 (11.) Piwowarczyk (Gare, Pozivil), 1:3 (21.) Gare (Piwowarczyk, Pozivil), 1:4 (27.) Mudryk (McDonald, Kremer), 2:4 (27.) Zellner (Kirchberger, Pauker), 3:4 (31.) Pauker (Waldowsky, Schusser), 4:4 (38.) Pauker (Waldowsky, Willaschek), 4:5 (39.) Mudryk (McDonald), 4:6 (40.) Ondruschka (Gare, McDonald), 4:7 (44.) Piwowarczyk (Pozivil, Kremer), 5:7 (45.) Straka (Heinisch, Stähle), 5:8 (52.) Gare (Stöber, Müller), 5:9 (53.) Mudryk (McDonald, Moosberger), 5:10 (59.) Stöber (Gare, Piwowarczyk) – Schiedsrichter: Paule – Zuschauer: 2225 – Strafminuten: Weiden 4, Selb 6 + 5 + Spieldauerdisziplinarstrafe für Kolb

Quelle: Rudi Gebert, Der neue Tag vom 15.01.18.