Schieder appelliert an Fans und Sponsoren

Tobias Schieder (3)Interview mit dem Hauptsponsor der Blue Devils Weiden

Seit Sommer 2014 ist Tobias Schieder mit dem Vita FinanzService der neue Hauptsponsor bei den Blue Devils Weiden. Und ist dabei weit mehr als nur ein stiller Geldgeber. Der 35-jährige Finanz- und Versicherungsexperte beobachtet die Entwicklung des Weidener Eishockeys sehr genau, bringt sich ein, hilft, wo es geht. Im Interview spricht Schieder über die sportliche Talfahrt der Blue Devils, die Sponsorenlandschaft in Weiden und erklärt, wie jeder Fan noch mehr für seinen Verein tun kann.

Herr Schieder, fangen wir doch mal mit dem Worst Case an. Wie schlimm wäre aus ihrer Sicht ein Abstieg der Blue Devils in die Bayernliga?

Tobias Schieder: Ein sportlicher Abstieg in die Bayernliga wäre aus sportlicher Sicht natürlich sehr schade, allein schon deshalb, weil es dann keine Derbys gegen Bayreuth, Regensburg und Selb mehr geben würde. Ich bin aber davon überzeugt, dass unser Trainer bis zu den Playdowns eine schlagkräftige Truppe aufs Eis stellt, die dann den Klassenerhalt schaffen wird. Sollten alle Stricke reißen und wir müssten doch den Gang in die Bayernliga antreten, bin ich aber auch überzeugt, dass die treuen Fans dem Verein weiterhin die Stange halten werden. Aber ich bin ein positiver Mensch und gehe davon aus, dass wir auch in der kommenden Saison in Weiden Oberliga-Eishockey sehen werden.

Ist Ihr Engagement als Hauptsponsor an eine bestimmte Ligenzugehörigkeit gebunden?

Nein, natürlich nicht. Mein Hauptziel ist es, dem Verein zu helfen und da spielt die Liga eine untergeordnete Rolle. Aber natürlich wünsche auch ich mir lieber die Oberliga, klar.

Wo sehen Sie die Ursachen für die aktuelle sportliche Situation bei den Blue Devils?

Fakt ist, dass wir ein riesiges Verletzungspech haben, das ich in dieser Form auch noch nicht erlebt habe, seit ich zum Eishockey gehe. Mit einem fitten Craig Voakes wäre meiner Meinung nach ein Platz zwischen 6 und 8 vorstellbar gewesen. Aber Jammern hilft nichts, die Mannschaft trainiert hervorragend und die Spieler haben den Willen, die Klasse zu halten, das kann man bei den Trainingseinheiten beobachten. Die Jungs sollen jetzt die verbleibenden Spiele als Vorbereitung auf die Playdowns nutzen. Natürlich sollte das Ziel sein, in der ersten Playdown-Runde Heimrecht zu haben. Wichtig ist aber vor allem, dass wir in den Playdowns auf den Punkt fit sind und den Klassenerhalt schnellstmöglich schaffen. Als Vorbild sollte für uns Schweinfurt gelten, die letzte Saison ja sportlich den Klassenerhalt geschafft haben.

Seit Sie und der Vita FinanzService Hauptsponsor der Blue Devils sind, haben Sie nur wenige Siege der Weidener gesehen. Haben Sie den Schritt schon bereut?

Nein, bereut habe ich den Schritt natürlich nicht. Für Verletzungen kann keiner was. Wie schon erwähnt, ich tue das für den Verein. Unsere ersten Gespräche über eine Kooperation im Sponsoring fanden im Januar 2014 statt. Schon damals gab ich meine Zusage auch im Falle eines möglichen Abstiegs in die Bayernliga.

Wie schätzen Sie die Sponsoren-Landschaft in Weiden ein? Viele sagen, die Oberliga ist angesichts der wirtschaftlichen Situation in der Region für einen Verein wie die Blue Devils das Höchste der Gefühle. Stimmen Sie zu?

Die Oberliga ist die richtige Liga für Weiden. Da ich ja auch selbst mit auf Sponsorensuche bin, kann ich nur so viel sagen: Es ist schwer neue Partner mit ins Boot zu holen. Das liegt auch daran, dass viele gesagt bekommen, dass es wirtschaftlich für den Sponsor nichts bringt, weil die Angebote der Sponsoren von den Zuschauern nicht angenommen würden. Dem kann ich aus meiner persönlichen Erfahrung nicht zustimmen. An dieser Stelle sei allen Fans gedankt, die dies tun. Aber klar ist auch: Wenn man den einen oder anderen dazu bringen kann, die Angebote der Sponsoren noch besser anzunehmen, könnte man unter Umständen den einen oder anderen interessanten Sponsor zusätzlich gewinnen. Alle Sponsoren sind in der Stadionzeitung „Bodycheck“ abgedruckt.

Viele Vereine in der Oberliga haben inzwischen sehr teure Mannschaften im Wettbewerb – kann Weiden da mittel- und langfristig mithalten?

Ich habe schon den Eindruck, dass die Oberliga Süd in den vergangenen Jahren stärker und damit auch teurer geworden ist. Deswegen ist Oberliga-Eishockey in Weiden immer eine Herausforderung und in großem Maße auch immer abhängig vom Zuspruch durch die Zuschauer. Aber wenn es uns gelingt, weitere Sponsoren ins Boot zu holen und die bisherigen Sponsoren dem Verein treu bleiben, sehe ich gute und realistische Chancen, in Weiden gutes Oberliga-Eishockey zu sehen.

Wie beurteilen Sie den Eishockeystandort Weiden insgesamt?

Wir haben natürlich eines der schönsten Stadien in der Oberliga Süd. Im Nachwuchs wird sehr hart und professionell gearbeitet. Wenn man den Mannschaften zusieht, sieht man, dass in absehbarer Zeit auch der eine oder andere „neue Weidener Junge“ wie Waldowsky, Zellner, Siller und Co. zum Vorschein kommen wird.

Wo sehen Sie Verbesserungspotenzial?

Das sehe ich darin, dass Fans und Mannschaft noch besser an einem Strang ziehen müssen. Vielleicht wäre es auch möglich – ohne jemandem zu nahe treten zu wollen – in den Foren und sozialen Medien sachliche Kritik zu äußern und nicht auf einzelne Spieler zu schimpfen. Wenn Sie Mist bauen, kriegen sie Ärger mit dem Trainer. Die jetzige Situation hat sich natürlich keiner gewünscht, weder Verein noch Mannschaft. Aber die Spieler sind letztendlich auch nur Menschen und haben Gefühle.

Was wünschen Sie sich für das Weidener Eishockey in der Zukunft?

Dass wir weitere Sponsoren für eine langfristige Zusammenarbeit gewinnen können und natürlich die Mission Klassenerhalt erfolgreich bestreiten werden. Dann können wir einer tollen Saison 2015/2016 mit hoffentlich wenigen Verletzten entgegen sehen. Eine ganz persönliche Bitte habe ich noch an die Fans: Unterstützt Euer Team in den kommenden Wochen, auch wenn das eine oder andere Spiel noch verloren geht. Wichtig ist aktuell nur der Klassenerhalt. Dafür brauchen wir die Unterstützung eines jeden Fans.

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