Pleite gegen Schweinfurt, Sieg in Sonthofen

Weiden. (gb) Bitterer Abend für die Blue Devils: Fünf Tage nach dem 2:7 in Bayreuth handelten sich die Weidener die nächste Klatsche gegen ein Topteam der Bayernliga ein. Am Freitag setzte es gegen den ERV Schweinfurt ein 0:7 (0:1, 0:2, 0:4).

Die Unterfranken präsentierten sich vor rund 1300 Zuschauern im Stile einer Spitzenmannschaft und unterstrichen ihre Aufstiegsambitionen. So sah es auch der Weidener Coach Josef Hefner: „Schweinfurt hat eine sehr gute Mannschaft und ist ein Topanwärter für den Aufstieg in die Oberliga.“ Viktor Proskouriakov war bei der Rückkehr an seine frühere Wirkungsstätte – 2010 feierte er mit den Blue Devils den Aufstieg in die Bayernliga – natürlich sehr zufrieden. „Wir waren über die gesamten 60 Minuten klar besser. Vielleicht ist der Sieg etwas zu hoch ausgefallen“, sagte der Schweinfurter Trainer.

Von Beginn an gingen beide Mannschaften ein hohes Tempo, wobei die Gäste schon im ersten Drittel mehr Spielanteile und ein Chancen-Plus hatten. Die Blue Devils waren eigentlich nur zwischen der 13. und 15. Minute in ihrem ersten Powerplay gefährlich. Doch in dieser Phase zeigte der Schweinfurter Goalie Benjamin Dirksen, der sich seinen fünften „shut out“ in dieser Saison redlich verdiente, seine Klasse. Kurz nachdem die Gäste wieder komplett waren, sorgte Neuzugang Teemu Koskinen mit einer tollen Einzelleistung für die verdiente Führung (16.).

51 Sekunden nach Wiederbeginn wurden die Weidener mit dem 0:2 durch Jens Feuerfeil kalt erwischt. Vielleicht wäre noch eine Wende möglich gewesen, wenn Florian Bartels und David Musial frei vor Dirksen ihre Großchancen genutzt hätten. Das 0:3 (30.) durch Alex Funk, als eine Strafe angezeigt war, bedeutete schon mehr als die Vorentscheidung. Danach lief bei Weiden überhaupt nichts mehr zusammen, selbst im Powerplay (fast zwei Minuten bei fünf gegen drei) waren die Devils an diesem Abend harmlos.

Ganz bitter wurde es für die Gastgeber dann in den letzten 20 Minuten. Marcel Juhasz (42./Überzahl), Teemu Koskinen (43./Unterzahl), Stefan Schrimpf (50.) und Simon Knaup (52./5:3-Überzahl) erhöhten auf 7:0. „Das war heute ein richtiges Brett. Das Spiel müssen wir schnell abhaken“, sagte Marcel Waldowsky, der ebenso wie seine Mitspieler einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Positiv fiel am Freitag auf Weidener Seite nur der unermüdlich rackernde David Musial auf.

Josef Hefner ist nun gefordert, seine Spieler für die Zwischenrunde wieder auf Kurs zu bringen. „Unser Ziel war es, uns in den Spielen gegen die starken Mannschaften Respekt zu verschaffen. Das ist gründlich misslungen. Nach dem Sieg vor einer Woche gegen Buchloe und dem vorzeitigen Einzug in die Zwischenrunde ist wohl Zufriedenheit aufgekommen“, sagte der Weidener Coach, der sich weder als Spieler noch als Trainer an eine 0:7-Heimpleite erinnern konnte.

Coup der Blue Devils in Sonthofen: 4:3-Sieg nach Penaltyschießen

Sonthofen. (gb) Die Blue Devils haben Charakterstärke bewiesen und sich zwei Tage nach der 0:7-Heimpleite gegen den ERV Schweinfurt mit einem Coup zurückgemeldet. Beim ERC Sonthofen landeten die Weidener am Sonntag einen überraschenden 4:3 (2:2, 1:0, 0:1, 1:0)-Erfolg nach Penaltyschießen und stürzten damit den Tabellenführer.

Nach den schwachen Auftritten in Bayreuth (2:7) und gegen den neuen Spitzenreiter Schweinfurt hatte den Blue Devils im Allgäu kaum jemand etwas zugetraut, zumal mit Verteidiger Christoph Schönberger (beruflich verhindert) und Stürmer Florian Bartels (Handverletzung) zwei wichtige Akteure fehlten. Trainer Josef Hefner war zu Umstellungen gezwungen und beorderte Abwehrspieler Simon Bogner in den Angriff.

Zwischen den Pfosten stand erstmals von Beginn an Neuzugang Bastian Niedermeier, der sein erstes komplettes Spiel seit Anfang Dezember absolvierte. „In den ersten Minuten hat man gesehen, dass die Spielpraxis fehlt, doch im weiteren Verlauf hat er super gehalten“, erklärte der sportliche Leiter Christian Meiler. Und Trainer Josef Hefner lobte Niedermeiers „sehr starke Leistung“ im Penaltyschießen.

Die Blue Devils überraschten den amtierenden Bayernliga-Meister mit einem Blitzstart. Nach 134 Sekunden führten die Gäste durch Tore von Simon Bogner (2. Minute) und Andreas Hampl (3.) mit 2:0. „Wir haben zu Beginn gut nach vorne gespielt. Vielleicht hat es aber Sonthofen etwas zu locker angehen lassen“, räumte Josef Hefner ein. In Überzahl hatten die Weidener dann die Chance zum 3:0, doch der Schuss ging nach hinten los. Mit einem „Glückstor“ durch Benjamin Gottwalz verkürzten die Allgäuer auf 1:2 (6.). Der ERC setzte nach und kam noch im ersten Drittel durch Thomas Blaha zum 2:2 (13.).

Die Devils ließen sich aber nicht aus der Ruhe bringen und hielten sich weiter an die von Josef Hefner ausgegebene Marschroute – defensiv gut stehen und schnell kontern. „Wir haben sehr diszipliniert und taktisch gut gespielt“, freute sich Hefner, dessen Mannschaft auch im weiteren Spielverlauf ein ebenbürtiger Gegner war. In der 37. Minute lag der Tabellenfünfte nach David Musials Treffer erneut in Front. Die Führung hielt aber nicht bis zum Schluss, denn Markus Vaitl markierte das 3:3 (46.).

Somit musste das Penaltyschießen über den Zusatzpunkt entscheiden. Während bei den Blue Devils Marco Pronath und Kapitän Florian Zellner sicher verwandelten, ließ sich Bastian Niedermeier nur von Pavel Vit bezwingen. Die Penaltys von Markus Vaitl und Markus Witting wehrte der Devils-Goalie ab.

Quelle: Der Neue Tag, Rudi Gebert

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar