Pfiffe und Buh-Rufe der Fans – 0:3 gegen Tölz

Noe Herbst TölzBlue Devils beim 0:3 gegen Bad Tölz mit spielerischem Offenbarungseid – Domke muss passen

Weiden. (gb) Die Stimmung bei den Fans der Blue Devils scheint zu kippen. Schon während der Partie am Freitag gegen den EC Bad Tölz forderten sie die Mannschaft lautstark auf “Wir woll’n euch kämpfen seh’n”. Nach dem Match verabschiedeten sie die Spieler mit Pfiffen und Buh-Rufen in die Kabine. Bei der verdienten 0:3 (0:0, 0:2, 0:1)-Niederlage boten die Weidener eine ganz schwache Leistung.

“Wir haben heute schlecht gespielt. Die Spieler sind zu wenig gelaufen und haben zu wenig gekämpft”, sagte Trainer Victor Proskuryakov, der wie die knapp 1300 Zuschauer einen spielerischen Offenbarungseid seiner Mannschaft miterlebte. Der Russe monierte zudem die “vielen Fehler im Spielaufbau und auch das Powerplay und das Unterzahlspiel haben nicht funktioniert”. Gästetrainer Florian Funk war vor allem deshalb zufrieden, weil “wir zu Null gespielt” haben. Funk erinnerte an das erste Match in Weiden, das die Blue Devils Ende November mit 4:1 gewonnen hatten: “Damals waren wir chancenlos, diesmal Weiden.”

Am Freitag herrschte in den ersten fünf Minuten Schweigen im Weidener Eisstadion. Die Fans wollten damit ihr Mitgefühl ausdrücken, nachdem in der Nacht zum Dienstag ein Fanbus aus Weißwasser verunglückt war. Dabei war ein Todesopfer zu beklagen. “Das Spiel war am Anfang so schlecht wie die Stimmung”, meinte Funk, der im ersten Drittel ebenso wie die Zuschauer auf beiden Seiten kaum zwingende Aktionen zu sehen bekam. Bei den Blue Devils musste Verteidiger Florian Domke doch passen. Beim Aufwärmen brach seine am Montag erlittene Gesichtsverletzung wieder auf, er bekam Nasenbluten und blieb in der Kabine. Dafür spielte Benjamin Frank, der eigentlich als disziplinarische Maßnahme eine Denkpause erhalten sollte.

Nach dem ersten Drittel fiel dann auch Rostislav Kosarek aus. Der Keeper fühlte sich nicht wohl (Magenbeschwerden) und wurde von Oliver Engmann abgelöst. Mit zunehmender Spieldauer bekamen die Tölzer die Partie in den Griff, während die Blue Devils nur sporadisch durch Zufalls- und Einzelaktionen gefährlich waren. Mit einem schönen Treffer brachte Andreas Eder die Gäste in der 28. Minute in Führung. Zwei Minuten später unterlief Barry Noe in Überzahl ein Riesenbock und Christoph Fischhaber bedankte sich mit dem 2:0.

Wer im Schlussdrittel auf ein Aufbäumen der Blue Devils gehofft hatte, wurde bitter enttäuscht. Mit einem Powerplay-Tor legte Andreas Andrä das 3:0 nach (49.), danach spielten die Tölzer Löwen die Partie ganz locker nach Hause. “Da kam von Weiden keine Gegenwehr mehr”, hatte auch Gästetrainer Funk richtig erkannt.

Am Ende mussten sich die Weidener Spieler sogar noch die Häme ihrer enttäuschten Anhänger gefallen lassen, die die letzten Sekunden bis zur Schlusssirene herunterzählten.

Quelle Text: Rudi Gebert, Der neue Tag.

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