Keine Panik bei den Blue Devils

Nach sechs Niederlagen in Folge nicht mehr in den Play-off-Plätzen – Personell nichts geplant

Weiden. (gb) Von der Aufstiegs-euphorie ist bei den Blue Devils nach sechs Niederlagen in Folge und nur einem Sieg in den letzten zehn Partien nichts mehr zu spüren. Vor sechs Wochen sensationell Tabellenführer, sind die Weidener nun in der harten Oberliga-Realität angekommen. Am spielfreien Sonntag fiel die Mannschaft von Trainer Josef Hefner auf Rang neun zurück und rutschte damit aus den Play-off-Plätzen.

Am 19. Oktober gewann der Neuling in Bad Tölz mit 2:1, löste nach fünf Siegen in Folge die Gastgeber an der Tabellenspitze ab und erntete Lob von allen Seiten. Der Sieg beim amtierenden deutschen Oberliga-Meister sollte zur Wendemarke, zum Ende des unerwarteten Höhenflugs werden. “Bei der Erfolgsserie haben wir allerdings auch viel Glück gehabt”, erinnert Thomas Siller zum Beispiel an den 3:0-Derbysieg gegen den EV Regensburg. Der Vorsitzende verfällt aber ebenso wie Coach Josef Hefner nicht in Panik. “Der Tabellenbereich, in dem wir jetzt sind, entspricht unserem Leistungsstand. Unser Ziel lautet nach wie vor Klassenerhalt. Wenn wir das mit Platz acht erreichen würden, wäre natürlich super”, erklärte Siller. In diesem Zusammenhang dürfe man auch nicht vergessen, dass eine Reihe von Spielern vor drei Jahren noch in der Landesliga gespielt habe.

Vielleicht habe sich nach den Anfangserfolgen im Unterbewusstsein zu viel Lockerheit eingeschlichen, meint Siller, der unmissverständlich klarstellt: “Wir haben nur dann die Chance, etablierte Oberligisten zu schlagen, wenn jeder 100 Prozent gibt und diszipliniert seine Aufgabe erfüllt.” Um die Position von Trainer Josef Hefner gebe es keine Diskussionen und auch in Sachen neuer Spieler sei nichts geplant. “Der Trainer sitzt fest im Sattel”, sagte Siller, auch wenn diese Woche über die momentane Situation gesprochen werde. Die Personalplanungen seien mit der Verpflichtung des 18-jährigen Verteidigers Kevin Schmitt, von dem Siller einiges erwartet, abgeschlossen.

“Immer noch im Soll”

Ruhe bewahren ist also das Gebot der Stunde. Auch Josef Hefner hatte am Freitag nach der 1:2-Heimniederlage gegen Bad Tölz betont, dass kein Grund zur Panik bestehe. “Wir sind immer noch im Soll, haben 23 Punkte auf dem Konto und stehen da, wo wir als Neuling hingehören”, sagte der Devils-Coach in der Pressekonferenz. Natürlich spüre er ebenso wie die Mannschaft, dass die Erwartungshaltung und damit auch der Druck gestiegen sei.

Die Stimmung in der Mannschaft sei nach wie vor gut, sagt Florian Zellner. “Natürlich sind wir enttäuscht, aber wir lassen uns nicht verrückt machen”, gibt sich der Kapitän kämpferisch. Es fehle einfach ein Erfolgserlebnis, das würde wieder Selbstvertrauen geben. Wichtig sei vor allem, sich wieder auf das einfache Spiel und die Defensivarbeit zu konzentrieren. “Vielleicht wollten wir zuletzt etwas zu viel.”

“Es gibt gute und schlechte Phasen, so ist das im Sport”, sagt David Musial, der aber auch Selbstkritik übt: “Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich weiß aber, dass ich momentan auch nicht gut drauf bin.” Vielleicht sei der Druck zu groß, meint der Top-Scorer, der aber an die Ausgangsposition des Neulings erinnert. “Wir kämpfen gegen den Abstieg, unser Ziel ist der Klassenerhalt.” Auch Selb und Regensburg seien nach dem Aufstieg im Tabellenkeller gestanden.

Wie Musial läuft auch Marcel Wal-dowsky seiner Form seit Wochen weit hinterher. “Die Leistungsträger treffen nicht mehr”, sieht “Waldi” einen Grund für die Misere. Er verbuchte in den letzten sechs sieglosen Spielen nur einen Assistpunkt, Musial drei – unter den Torschützen waren beide zuletzt am 2. November.

Josef Hefner gefordert

“Wir werden weiter hart arbeiten und wenn die Spieler wieder an sich glauben, wird sich auch der Erfolg wieder einstellen. Vielleicht schon am Freitag in Regensburg”, sagte Josef Hefner nach dem Tölz-Spiel. Allerdings ist auch der Coach selbst gefordert, endlich die richtige Zusammenstellung der Reihen zu finden. Die ständigen Wechsel stören zweifellos auch den Rhythmus.

Quelle: Rudi Gebert, Der neue Tag.
Foto: Tobias Neubert.

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