Enttäuschender Auftritt gegen Memmingen

Das Positive vorweg: Die Blue Devils sind in der Oberliga Süd wieder auf Platz acht. Das ist aber das einzig Erfreuliche nach einem aus Weidener Sicht enttäuschenden Eishockey-Abend. Der Tabellenzehnte ECDC Memmingen entführt völlig verdient zwei Punkte aus der Hans-Schröpf-Arena.

Spieler, Verantwortliche und Fans der Blue Devils hatten sich das Weihnachtsfest sicherlich anders vorgestellt: Zunächst zwei Tage vor Heiligabend das 1:6 in Sonthofen, dann am zweiten Weihnachtsfeiertag die verdiente 3:4 (2:1, 0:2, 1:0, 0:1)-Heimpleite nach Verlängerung gegen den ECDC Memmingen. Für die Weidener blieb also nach zwei Sechs-Punkte-Spielen ein mickriger Zähler übrig. “Die Mannschaft steht natürlich unter Druck. Da ist es schwer, den Kopf frei zu haben für ein flüssiges Spiel. Das fehlt uns momentan. Schade, dass wir nicht mehr Punkte geholt haben, die wären wichtig gewesen”, sagte Milan Mazanec. Aber auch ein Punkt sei gut: “Jetzt sind wir wieder Achter”, gewann der Devils-Coach dem über weite Strecken enttäuschenden Auftritt seiner Mannschaft doch noch etwas Positives ab.

Mit einer Leistung wie am Dienstag wird der achte und damit letzte Play-off-Platz aber nicht zu halten sein. Die spielerischen Mängel wären noch zu entschuldigen gewesen, doch auch kämpferisch gaben die Weidener erst ab dem letzten Drittel alles. “Es war ein hart erkämpfter Sieg, aber wir haben verdient gewonnen”, freute sich der Memminger Trainer Waldemar Dietrich über die zwei Punkte. Die Allgäuer haben zwar acht Zähler Rückstand auf Rang acht, doch ihr Einsatz ist vorbildlich. “So lange eine theoretische Chance besteht, werden wir um Platz acht kämpfen”, so Dietrichs Kampfansage an die Blue Devils vor dem nächsten Match am Donnerstag.

“Am Anfang waren wir stark unter Druck, da haben wir dem Gegner zu viel Scheibenbesitz gelassen”, beschrieb Mazanec die ersten zehn Minuten, in denen sein Team Glück hatte, nicht frühzeitig in Rückstand zu geraten. Auf der Gegenseite nutzte Marcel Waldowsky, in Sachen Einsatz ein absolutes Vorbild, einen Fehler der Gäste zum 1:0 (11. Minute). Den Ausgleich durch Daniel Huhn (14./ Überzahl) beantwortete Philipp Siller nur elf Sekunden später mit der erneuten Führung (14.).

Erfolgloses Powerplay

Dann zeigte sich in Überzahl das Weidener Dilemma: Zwei Powerplay-Situationen Ende des ersten und Anfang des zweiten Drittels blieben erfolglos. Und als Memmingen wieder komplett war, nutzte Antti-Jussi Miettinen die Schwäche der Straka-Reihe in der Rückwärtsbewegung zum Ausgleich (22.). Die Blue Devils waren jetzt völlig von der Rolle und erneut Miettinen brachte die Gäste erstmals in Front (33.). Nun folgte die entscheidende Phase in dieser Partie. Nach einem Check gegen Kopf und Nacken von Marcel Waldowsky musste der Memminger Marc Stotz mit einer Matchstrafe vom Eis. Die fünfminütige Überzahl, davon nach einer weiteren Strafe zwei Minuten bei fünf gegen drei, war ein Offenbarungseid. Devils-Trainer Mazanec allerdings hatte ein gutes Powerplay gesehen: “Wir haben die Überzahl gut gespielt, aber leider nicht getroffen. Chancen waren da, aber der Torwart war sehr stark.”

Erst im Schlussdrittel erwachte der Weidener Kampfgeist. Zu mehr als dem 3:3 durch eine Einzelaktion von Matt Abercrombie (47.) reichte es aber nicht. In der Schlussphase hatten die Weidener bei zwei Unterzahlsituationen sogar Glück, dass sie nicht mit völlig leeren Händen dastanden. In der Verlängerung sicherte Dominik Piskor den Allgäuern den verdienten Zusatzpunkt (64.).

Mit 31 Punkten sind die Blue Devils jetzt Achter vor dem EV Lindau (30), der zu Hause gegen Sonthofen mit 1:3 unterlag. Am Donnerstag reisen die Weidener nach Memmingen und dort dürfen sie auf keinen Fall leer ausgehen. Das nächste Heimspiel ist am Samstag um 20 Uhr gegen den ERC Sonthofen.

Blue Devils Weiden: Wiedemann – Heider, Noe, Willaschek, Schusser, Hendrikson, Herbst, Schreyer – Pronath, Straka, Heinisch, Siller, Abercrombie, Waldowsky, Pauker, Kirchberger, Stähle, Zellner

ECDC Memmingen: Vollmer – Stotz, Pfalzer, Koziol, Becher, Rott, Pokovic, Jainz, Kouba – Miettinen, Beck, Lillich, Kuball, Gläser, Huhn, Galoha, Keil, Barrein, Schirrmacher, Boger, Piskor

Tore: 1:0 (11.) Waldowsky (Siller, Abercrombie), 1:1 (14.) Huhn (Koziol, Miettinen), 2:1 (14.) Siller (Willaschek, Waldowsky), 2:2 (22.) Miettinen (Huhn, Kouba), 2:3 (33.) Miettinen (Huhn, Kouba), 3:3 (47.) Abercrombie (Waldowsky), 3:4 (64.) Piskor (Galoha)

SR: Harrer – Zuschauer: 1075 – Strafminuten: Weiden 6, Memmingen 6 + 5 + Matchstrafe für Stotz

Quelle: Rudi Gebert, Der neue Tag vom 27.12.17.