Das Wochenende im Rückblick: Durchaus forsch gegen DEL-Club aus Nürnberg / Blue Devils bieten Bayreuth erneut Paroli

Im zweiten Drittel brannte es häufig vor dem Kasten von Devils-Goalie Fabian Hönkhaus, der eine starke Leistung ablieferte. Insgesamt zogen sich die Weidener beim 1:5 gegen den letztjährigen DEL-Halbfinalisten Nürnberg Ice Tigers mehr als ordentlich aus der Affäre. Bild: GebertBlue Devils – Thomas Sabo Ice Tigers 1:5
Bayreuth Tigers – Blue Devils 3:2

Die Blue Devils haben sich gegen die Nürnberg Ice Tigers mehr als ordentlich verkauft. “Das war absolut in Ordnung, eine gute Leistung meiner Mannschaft”, sagte Trainer Markus Berwanger nach dem 1:5 (0:1, 0:1, 1:3) gegen den letztjährigen DEL-Halbfinalisten. Den verdienten Ehrentreffer der Weidener erzielte Mirco Schreyer. 

Das Match gegen Kooperationspartner Nürnberg Ice Tigers war der sportliche Höhepunkt in der Vorbereitung der Blue Devils. Auch wenn der DEL-Club einen Tag nach dem 2:1-Sieg gegen Ligakonkurrent Kölner Haie nicht komplett angetreten war, zeigte er schnelles Eishockey mit tollen Kombinationen. “Die Nürnberger haben nicht auf Zauberei gemacht, auch die waren am Anschlag”, erklärte Markus Berwanger, der für seine Mannschaft viel Lob parat hatte: “Wir haben gut verteidigt und uns zu keinem Zeitpunkt hängen lassen. Und wer gut verteidigt, bekommt auch gegen einen stärkeren Gegner seine Torchancen.”

Wir haben gut verteidigt und uns zu keinem Zeitpunkt hängen lassen. Und wer gut verteidigt, bekommt auch gegen einen stärkeren Gegner seine Torchancen.
Markus Berwanger, Trainer der Blue Devils Weiden

Bei der Generalprobe für den DEL-Start am Freitag, 16. September, gegen die Augsburger Panther fehlten bei den Ice Tigers fünf namhafte Akteure. Der deutsche Nationalspieler und letztjährige DEL-Topscorer Patrick Reimer, die Kanadier Steven Reinprecht (713 NHL-Spiele) und Andrew Kozek, der US-Amerikaner David Steckel (456 NHL-Einsätze) sowie Torwart Jochen Reimer waren in Nürnberg geblieben.

Im Kasten der Ice Tigers stand Philip Lehr, der mit einer Förderlizenz ausgestattet ist und am Sonntag in Bayreuth (siehe Bericht unten) für die Blue Devils zum Einsatz kam. Mit Valentin Busch, Vladislav Filin und Jens Meilleur stürmten bei Nürnberg drei weitere Förderlizenzspieler. “Philip Lehr ist eine Option für uns, weil Bayreuth schon vier Torhüter im Aufgebot hat. Bei den Feldspielern ist eher Bayreuth am Zug”, erklärte Berwanger. DEL2-Aufsteiger Bayreuth Tigers ist ein weiterer Kooperationspartner der Nürnberger.

Dupuis trifft drei Mal

Auch ohne die fehlenden Spieler standen bei den Mittelfranken noch genügend “Hochkaräter” auf dem Eis. Allen voran Philippe Dupuis, der in der NHL 116 Mal für Colorado Avalanche und die Toronto Maple Leafs stürmte. Der 31-jährige Kanadier zeichnete sich als dreifacher Torschütze aus. Bereits nach 43 Sekunden erzielte Dupuis das 1:0, als er in Linksaußenposition den Puck nach einem Pass von Verteidiger Daniel Syvret (69 NHL-Spiele) perfekt mitnahm, nach innen zog und Devils-Goalie Fabian Hönkhaus keine Abwehrchance ließ. Über NHL-Erfahrung verfügen auch die Abwehrspieler Brett Festerling (89 Spiele), Colten Teubert (24) und Jesse Blacker (1) sowie Stürmer Brandon Segal (103).

Die Blue Devils ließen sich vom frühen Rückstand nicht entmutigen. Sie stemmten sich den Angriffen des haushohen Favoriten entgegen und starteten, so bald sich eine Möglichkeit ergab, gefährliche Konter. Der Finne Jussi Tapio, der an der Seite von Matt Abercrombie und Patrick Schmid sein Debüt im Devils-Trikot gab, hätte seinen Einstand schon in der zweiten Minute krönen können, doch er scheiterte freistehend an Philip Lehr. Mit dem ersten Auftritt von Tapio war Coach Berwanger zufrieden. “Man sieht, dass er Eishockeyspielen kann.”

Gästegoalie Lehr vereitelte eine weitere Großchance von Martin Heinisch (8.) und auch zu Beginn des zweiten Abschnitts verhinderte er zwei, drei Mal den Ausgleich. So ab der 25. Minute verlagerte sich dann das Geschehen weitgehend ins Weidener Abwehrdrittel. Die Nürnberger übten Dauerdruck aus, doch Fabian Hönkhaus ließ sich nur von Dupuis (31.) überlisten.

Ehrentor durch Schreyer

Im Schlussabschnitt löste Daniel Huber den starken Fabian Hönkhaus im Weidener Kasten ab. Das Spitzenteam der DEL gab weiterhin richtig Gas und kam durch Dupuis (45.), Leonhard Pföderl (49.) und Marcus Weber (57.) zu den drei weiteren Treffern. Dazwischen durften auch die Weidener Anhänger unter den etwa 1000 Zuschauern jubeln: Mirco Schreyer (57.) gelang mit dem zwischenzeitlichen 1:4 der verdiente Ehrentreffer.

Bayreuth Tigers – Blue Devils 3:2 / Blue Devils bieten erneut Paroli

Devils-Stürmer Marcel Waldowsky (rechts) im Gespräch mit dem Nürnberger Torwart Philip Lehr: Am Samstag waren sie noch Gegner, einen Tag später Teamkollegen. Der mit einer Förderlizenz ausgestattete Goalie der Nürnberg Ice Tigers stand am Sonntag in Bayreuth die Hälfte des Spiels im Weidener Kasten. Bild: GebertBayreuth. Die Blue Devils haben den Bayreuth Tigers auch im zweiten Duell Paroli geboten. Eine Woche nach dem 2:1-Heimsieg zogen die Weidener am Sonntag beim DEL2- Aufsteiger knapp mit 2:3 (2:3, 0:0, 0:0) den Kürzeren.

“Ich hatte etwas Bedenken wegen der Belastung nach dem Match gegen Nürnberg”, sagte Devils-Trainer Markus Berwanger nach der Partie in Oberfranken. Doch sein Team kämpfte auch am Sonntag verbissen um jeden Zentimeter auf der Eisfläche. Das Ergebnis sei für ihn zweitrangig, aber er habe gesehen, dass die Mannschaft bereit ist, sich zu quälen. “Bei uns ziehen alle an einem Strang”, freut sich der Coach.

Lob für beide Torhüter

Im Weidener Kasten teilten sich der Nürnberger Förderlizenz-Goalie Philip Lehr und Fabian Hönkhaus die Arbeit. Lehr begann, Hönkhaus löste ihn nach knapp der Hälfte der Partie ab. “Beide haben sehr gut gehalten”, gab es Lob vom Trainer.

Die fünf Tore fielen bereits im ersten Drittel. Nach der Weidener Führung durch Thomas Schreier (9.) leisteten sich die Gäste zu viele Strafen. Jeweils in doppelter Überzahl wendeten Christopher Kasten (12.) und Jozef Potac (13.) das Blatt. “Ein abgefälschter Schuss und ein Nachschuss, nicht zu halten für Philip Lehr”, sagte Berwanger. Mit einem Unterzahltor glückte aber Philipp Siller (14.) postwendend der Ausgleich. In der letzten Minute des ersten Abschnitts erzielte der Ex-Weidener Michal Bartosch das Siegtor für die Tigers, die am Freitag bei den Selber Wölfen erst nach Penaltyschießen mit 2:1 gewonnen hatten. Die Blue Devils versuchten im weiteren Verlauf alles. Marko Babic vergab einen Penalty und auch als Berwanger eineinhalb Minuten vor Schluss den Torwart vom Eis nahm, gelang mit einem Mann mehr der Ausgleich nicht mehr.

Quelle: Rudi Gebert, Der neue Tag vom 12.09.16.

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