Blue Devils zu stark für Lindau

Am Freitag verdienter 6:2-Erfolg gegen den EV Lindau – Boris Flamik mit gelungenem Debüt

Weiden. (gb) Beim gelungenen Debüt von Boris Flamik feierten die Blue Devils am Freitag einen verdienten 6:2 (2:0, 4:1, 0:1)-Erfolg gegen den EV Lindau. “Das war heute ein ganz wichtiger Sieg im Kampf um Platz acht”, sagte Trainer Josef Hefner, der allerdings auch eine bittere Pille schlucken musste. Verteidiger Thomas Schmidhuber kassierte zehn Minuten vor Schluss eine Spieldauerdisziplinarstrafe und war damit für das Rückspiel am Sonntag gesperrt.

“Mit Boris Flamik war unsere Verteidigung heute deutlich verbessert”, lobte Hefner den Neuzugang. Der 31-jährige Slowake bestach durch seine Ruhe und Übersicht und agierte nahezu fehlerlos. “Aber auch Johannes Schmid hat ein gutes Spiel gemacht”, freute sich der Coach auch über die Leistung des Rückkehrers aus Nürnberg.

“Weiden war in den ersten beiden Dritteln sehr dominant und hat verdient gewonnen”, sagte Sebastian Schwarzbart, der Co-Trainer des EV Lindau. Er vertrat bei der Pressekonferenz Chefcoach Michael Rossi, der im ersten Drittel von der Bank gestürzt war und sich dabei eine Rippenverletzung zugezogen hatte.

Die Blue Devils diktierten von Beginn an das Geschehen, doch wie vor einer Woche gegen den EHC Waldkraiburg haperte es zunächst erneut bei der Chancenverwertung. Beim ersten Überzahlspiel kam Pech dazu, als Christoph Schönberger mit seinem Distanzschuss den Pfosten traf. In der 14. Minute setzte sich Boris Flamik erstmals in der Offensive in Szene. Der Slowake tankte sich auf der rechten Seite durch und seinen Querpass verwertete Marcel Wal-dowsky zum 1:0. Zwei Minuten später lief Kapitän Florian Zellner ins Lindauer Abwehrdrittel, zog kurz hinter der blauen Linie ab und die Scheibe schlug zum 2:0 ein.

Im zweiten Abschnitt setzten die Blau-Weißen energisch nach und sorgten schnell für klare Verhältnisse. Beim zweiten Powerplay drückte erneut Florian Zellner den Puck aus kurzer Distanz über die Linie (23.). Nur 42 Sekunden danach lief Thomas Schreier auf den Gästekasten zu und wurde unfair gestoppt – der Referee entschied auf Penalty. Vor der Ausführung wechselte Lindau den Torwart, für Michael Gundlach ging Waldemar Quapp zwischen die Pfosten. Thomas Schreier ließ sich aber nicht beeindrucken und überwand den Routinier zum 4:0.

Mit einem weiteren Überzahltor erhöhte David Musial auf 5:0 (33.). Der erste Lindauer Treffer durch Mike Dolezal (33.) war nur ein Schönheitsfehler, Christoph Schönberger (34./Überzahl) stellte postwendend den alten Abstand wieder her. Die Partie war nach dem 6:1 entschieden, dennoch kam plötzlich Hektik auf und es gab einige Nickligkeiten. In der 37. Minute gingen David Musial (Platzwunde an der Lippe) und Marcel Waldowsky (Knieprellung nach einem Check gegen die Bande) in die Kabine.

Zum Schlussdrittel kamen aber beide wieder zurück. Lindau verkürzten durch Stephan Trolda (43.) auf 6:2, danach tat sich nicht mehr viel. Die Weidener schalteten einen Gang zurück und verwalteten clever den Vorsprung. Erwähnenswert ist noch eine Szene, die für zwei Akteure einen freien Sonntag zur Folge hatte. Nach einer Schlägerei kassierten Thomas Schmidhuber (Weiden) und Andreas Pufal (Lindau) jeweils eine Spieldauerdisziplinarstrafe.

Blue Devils stecken Ausfälle weg

Lindau. (gb) 6 Punkte, 10:4 Tore: Die Blue Devils haben das “Lindauer Wochenende” mit Bravour gemeistert. Dem ungefährdeten 6:2-Heimerfolg am Freitag ließen die Weidener am Sonntag in Lindau einen ebenso verdienten 4:2 (1:0, 3:1, 0:1)-Sieg folgen. Der Dreier war eine Premiere, denn es war der erste Sieg der Oberpfälzer im Eisstadion am Ufer des Bodensees.

Der Erfolg ist umso höher zu bewerten, da Coach Josef Hefner mit Verteidiger Thomas Schmidhuber (nach der Spieldauerdisziplinarstrafe vom Freitag gesperrt) und Topskorer Marcel Waldowsky auf zwei Leistungsträger verzichten musste. “Waldis” Knie war nach dem Bandencheck am Freitag geschwollen, sein Einsatz unmöglich. “Er wird am Montag untersucht”, kündigte der sportliche Leiter Christian Meiler an.

“Es ist oft so, dass eine Mannschaft nach dem Ausfall wichtiger Akteure enger zusammenrückt. Das war heute auch bei uns so. Alle waren bereit, zu kämpfen”, erklärte Josef Hefner, der wie Christian Meiler von der in kämpferischer Hinsicht besten Saisonleistung sprach. Auch in Sachen Taktik – in der Defensive gut stehen und auf Konter setzen – boten die Weidener eine super Vorstellung.

Lob für Hamberger

Mit sechs Verteidigern und acht Stürmern traten die Weidener die Reise an den Bodensee an. Aufgrund der Ausfälle war Hefner zu Umstellungen gezwungen. Andreas Hampl rückte für Marcel Waldowsky in die zweite Sturmreihe zu David Musial und Thomas Schreier. Der etatmäßige Verteidiger Sven Schalamon wechselte in den dritten Sturm zu Michael Kirchberger und Marco Pronath. Zwischen den Pfosten setzte der Coach diesmal auf Christian Hamberger, der sich mit einer starken Leistung für das Vertrauen bedankte. “Er war sehr sicher und hat uns in kritischen Phasen im Spiel gehalten”, lobte Hefner seinen Goalie.

Zu Beginn wurde der dünne Kader der Devils weiter dezimiert, denn Thomas Schreier kassierte in der 5. Minute eine Zwei- plus Zehnminutenstrafe wegen eines Checks von hinten. Für diese Zeit wechselte Simon Bogner in den Sturm, so dass fast bis Drittelende nur vier Verteidiger zur Verfügung standen. Die Gäste hielten sich konsequent an die taktische Marschroute und lauerten auf Konter. Mit Erfolg: Den einzigen Treffer im ersten Abschnitt markierte David Musial (14.).

Doppelschlag der Devils

Anfang des zweiten Drittels forcierten die Lindauer ihre Angriffsbemühungen, doch die Weidener hielten dem Druck stand – und sorgten dann mit einem Doppelschlag für die Vorentscheidung. Thomas Schreier (27./ Überzahl) und Kapitän Florian Zellner (28.) erhöhten auf 3:0. Nach dem Anschlusstor durch Kyle Doyle (31./ Überzahl) versuchten die Gastgeber noch einmal ins Spiel zurückzukommen, doch das 4:1 durch David Musial 40 Sekunden vor Drittelende war dann der endgültige K.-o-Schlag.

Im Schlussabschnitt ließen die Oberpfälzer nichts mehr anbrennen. Sie verwalteten clever den Vorsprung und brachten den verdienten Sieg souverän über die Zeit. Das zweite Lindauer Tor durch den kanadischen Neuzugang Kyle Doyle (60./Unterzahl) war nur Ergebniskosmetik.

Quelle: Der Neue Tag, Rudi Gebert

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar