Blue Devils verspielen 6:0-Führung – 7:6 n.V. gegen Füssen

Am Ende zumindest 7:6 nach Verlängerung gegen Füssen – Domke: Verdacht auf Schlüsselbeinbruch

Weiden. (gb) Als Barry Noe kurz vor Ende der Verlängerung für die Entscheidung sorgte, hielt sich bei Spielern und Fans der Blue Devils der Jubel über den 7:6 (2:0, 4:2, 0:4, 1:0)-Sieg gegen den EV Füssen in Grenzen. Denn was zuvor passiert war, ist nur schwer zu erklären. Mit 6:0 führten die Weidener und steuerten auf einen klaren Sieg zu, doch dann folgte ein unerklärlicher Einbruch und die Allgäuer glichen noch zum 6:6 aus.

Interimstrainer Peter Hampl hätte sich über ein perfektes Heimdebüt freuen können, wenn nach einer guten halben Stunde Schluss gewesen wäre. “Wir haben sehr gut begonnen und im zweiten Drittel zunächst auch so weitergemacht. Doch beim Stand von 6:0 haben alle gedacht, sie müssen jetzt ein Tor machen. So ab der 33. Minute war die Spieldisziplin völlig weg”, sah der Nachfolger von Victor Proskuryakov als Ursache für die Wende und den völlig unnötigen Punktverlust. Zu allem Überfluss verloren die Weidener auch noch Abwehrspieler Florian Domke mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch.

Für den Füssener Trainer Marcus Bleicher war das Match nach dem 6:0 eigentlich eine “gemähte Wiese”. Er warf seiner Mannschaft vor, dass sie 40 Minuten Arbeitsverweigerung betrieben hätte. “In der zweiten Pause habe ich deutlich gesagt, wenn in der freien Wirtschaft jemand so arbeitet, darf er heimgehen.” Abschließend meinte Bleicher, dass er über den einen Punkt mehr als froh sei.

Für den angeschlagenen Oliver Engmann (Hüftprellung) stand bei den Blue Devils am Sonntag Rostislav Kosarek zwischen den Pfosten. Der Deutsch-Tscheche, dessen Vertrag bis Saisonende verlängert wurde, war zunächst kaum beschäftigt. Als er mit zunehmender Spieldauer Arbeit bekam, agierte er immer unsicherer und leistete sich einige Patzer. Drei Gegentore muss Kosarek auf seine Kappe nehmen.

In der ersten halben Stunde sprühten die Blue Devils vor Spielfreude und schossen mit teilweise schön herausgespielten Treffern einen klaren Vorsprung heraus. Im ersten Drittel trafen Max Grassi (11.) und Jakub Faschingbauer (20.) jeweils im Powerplay, wobei der Füssener Keeper André Irrgang beim 1:0 schlecht aussah. Nach Wiederbeginn erhöhte der dritte Sturm mit einem Doppelschlag auf 4:0. Florian Bartels (23.) und Florian Zellner (25.) waren die Torschützen. Nach dem 5:0 durch Marco Pronath (29.) hatte Gästegoalie Irrgang genug. Sein Nachfolger Daniel Fießinger war gerade 25 Sekunden auf dem Eis, da schlug Dusan Andrasovsky (29.) zum 6:0 zu.

Im Gefühl des sicheren Sieges schlichen sich nun Nachlässigkeiten ins Weidener Spiel ein. Die Strafe waren die beiden Füssener Treffer durch Andrej Naumann (35./Unterzahl) und Tim Richter (40./Überzahl). “Die zwei Tore haben wir hergeschenkt und den Gegner damit aufgebaut. Das war der Knackpunkt”, sagte Hampl in der Pressekonferenz. So richtig ernst schien die beiden Gegentreffer aber niemand zu nehmen. Als jedoch neun Sekunden nach Wiederbeginn Christian Mayr auf 6:3 verkürzte, nahm die Verunsicherung auf Weidener Seite immer mehr zu. Nach vorne gelang nichts mehr und hinten wurden die Allgäuer förmlich zum Toreschießen eingeladen. Die Gäste ließen sich nicht lange bitten und glichen durch Tim Richter (44.), Pavel Mojtek (55.) und Björn Friedl (57.) zum 6:6 aus. In der Verlängerung sicherte dann Devils-Verteidiger Barry Noe (65.) zumindest noch den zweiten Punkt.

Quelle: Rudi Gebert, Der neue Tag.

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