Blue Devils feiern 6-Punkte-Wochenende

Nach den beiden Siegen gegen Erding (6:4) und Deggendorf (7:1) sind die Playoff-Chancen der Blue Devils wieder gestiegen.Hier finden Sie die Spielberichte vom vergangenen Wochenende.

Weiden wahrt mit 6:4-Sieg in Erding Chance auf die Play-offs – Waldowsky dreifacher Torschütze

Erding. (gb) Die Blue Devils haben am Freitagabend die Chance auf den Einzug in die Play-offs gewahrt. Durch drei Treffer von Marcel Waldowsky und je einem Tor von Neuzugang Thomas Gabler, Dusan Andrasovský und David Musial gewann der Tabellenneunte beim TSV Erding mit 6:4 (0:2, 3:0, 3:2). Für die Weidener war es nach zuvor drei Niederlagen der erste Sieg gegen das Schlusslicht in dieser Saison.

Der Sieg ging in Ordnung, allerdings musste bis zum Ende kräftig gezittert werden. Erst eine Sekunde vor der Schlusssirene machte Marcel Wal-dowsky mit seinem “empty net goal” zum 6:4 alles klar. Josef Hefner atmete nach dem Match erleichtert auf. “Ich bin zufrieden. Die Mannschaft hat alles gegeben und ist belohnt worden”, sagte der Weidener Coach, der auch mit dem Debüt von Thomas Gabler und Alexander Andrusovich einverstanden war. “Natürlich müssen sie sich noch einspielen, aber sie haben insgesamt eine ordentliche Leistung abgeliefert.”

Mit großen Abwehrsorgen traten die Weidener die Reise nach Erding an, denn Boris Flamik (krank) und Florian Domke (Verletzung am Handgelenk) mussten passen. Da nur noch fünf Verteidiger zur Verfügung standen, beorderte Hefner seinen Kapitän Florian Zellner in die Abwehr an die Seite von Johannes Schmid. Das zweite Verteidigungspärchen bildeten Simon Bogner und Marinus Kritzenberger, das dritte Jiri Ryzuk und Kevin Schmitt. Im Sturm konnte zum Glück David Musial wieder mitwirken. Der Spielmacher unterstrich seinen Wert mit vier Vorlagen und dem wichtigen Treffer zum 5:3.

Im ersten Drittel sah es zunächst so aus, als würden die Weidener ihre Negativserie (sechs Niederlagen in Folge) fortsetzen und damit schon fast alle Play-off-Chancen verspielen. “Wir hatten Chancen, doch wir haben es verpasst, in Führung zu gehen”, trauerte Hefner den vergebenen Möglichkeiten nach. Und plötzlich lagen die ebenfalls ersatzgeschwächt angetretenen Erdinger durch Tore von Daniel Krzizok (10. Minute) und Lars Bernhardt (12.) mit 2:0 in Front. “Das waren zwei unnötige Tore, weil wir jeweils zuvor entscheidende Zweikämpfe verloren haben”, kritisierte Hefner.

Doch seine Mannschaft gab nicht auf, zeigte Moral und wendete mit einem Doppelschlag innerhalb von 23 Sekunden das Blatt. In der 32. Minute traf zunächst Marcel Waldowsky zum 1:2 und dann der Ex-Dortmunder Thomas Gabler, nach toller Vorarbeit des Deutsch-Russen Alexander Andrusovich, zum 2:2. Fünf Minuten später schoss Dusan Andrasovský die Devils sogar in Führung. Der Slowake, der zudem drei Treffer vorbereitete, harmonierte prächtig mit David Musial und Marcel Waldowsky.

Im Schlussabschnitt sorgten Marcel Waldowsky (4:2/43.) und David Musial (5:3/51.) zwei Mal für einen Zwei-Tore-Vorsprung. Die Erdinger kamen jedoch durch Timo Borrmann (45.) und Rudolf Lorenz (52.) jeweils wieder heran. Somit mussten die Blue Devils zittern, bis Marcel Waldowsky eine Sekunde vor dem Ende mit einem Schuss in den leeren Erdinger Kasten alles klarmachte.

Nach 7:1-Erfolg jetzt punktgleich mit dem Tabellenachten Füssen – Furioses zweites Drittel

Weiden. (gb) Die Blue Devils sind im Kampf um die Play-off-Qualifikation wieder voll im Geschäft. Nach dem 6:4-Erfolg am Freitag in Erding bezwangen die Weidener am Sonntag in der “Hans-Schröpf-Arena” Deggendorf Fire mit 7:1 (1:0, 5:0, 1:1) und zogen nach Punkten mit dem Tabellenachten EV Füssen gleich. Drei Spiele vor Ende der Vorrunde haben beide Teams 46 Zähler auf dem Konto.

Der Sieg für die sehr engagiert auftretenden Weidener ging auch in dieser Höhe in Ordnung. Trainer Josef Hefner freute sich nicht nur über das Sechs-Punkte-Wochenende, sondern auch darüber, dass “wir heute im zweiten Drittel endlich auch ein bisschen Glück am Schläger hatten”. In diesem Abschnitt machten die Devils mit fünf Treffern alles klar, was Gästecoach Eduard Uvira zum Anlass für harte Kritik an seiner Mannschaft nahm. “Da haben wir uns richtig blamiert. Mit solch einer Leistung wird es schwer für uns, unter den ersten acht zu bleiben.” Die Niederbayern liegen mit 49 Punkten auf Rang sieben, haben allerdings ein Spiel weniger ausgetragen.

Die Partie begann flott und auf beiden Seiten konnten sich die starken Torhüter Daniel Huber (Weiden) und Sandro Agricola (Deggendorf) mehrfach auszeichnen. Ab der 9. Minute war dann Powerplay-Training für die Weidener angesagt. Nach einer Fünfminuten- plus Spieldauerdisziplinarstrafe und drei weiteren Zweiminutenstrafen spielten die Devils lange in doppelter Überzahl. Es wurde aber zu kompliziert agiert, zu wenig geschossen und so reichte es nur zum 1:0 durch Dusan Andrasovský (13.). “Leider ist uns in dieser Phase nur ein Tor gelungen, aber Deggendorf stand sehr gut in Unterzahl”, lobte Hefner den Gegner.

Doch im zweiten Abschnitt holten die Gastgeber Versäumtes nach und erzielten nach zum Teil tollen Kombinationen fünf Treffer. Zunächst verwertete der starke Felix Köbele eine Hereingabe von David Musial aus kurzer Distanz zum 2:0 (22.). “Manche kapieren es einfach nicht, dass wir Strafzeiten vermeiden müssen”, schimpfte Gästetrainer Uvira, nachdem sich ab der 25. Minute sein Team wieder ständig dezimierte. Die Weidener nutzten das nun konsequenter aus und David Musial (29.) traf in Überzahl zum 3:0. Der vierte Treffer ging auf das Konto von Kapitän Florian Zellner (32.), der als Verteidiger eine gute Leistung ablieferte. Mit einem weiteren Powerplay-Tor erhöhte Florian Bartels – es war sein erster Treffer in dieser Saison – auf 5:0 (35.). Als Krönung dieses furiosen Drittels legte Felix Köbele in Unterzahl noch das 6:0 nach (38.).

Das Match war gelaufen und so konnte Hefner im Schlussdrittel den Reservisten und den Nachwuchsspielern Eiszeit geben. “Ich habe versucht, alle spielen zu lassen. Heute war es möglich, bei knappen Ergebnissen geht das nicht.” Für die Statistik gab es noch zwei Treffer zu notieren: Das Ehrentor der Deggendorfer durch Manuel Wiederer (43.) und Michael Kirchbergers Treffer zum 7:1- Endstand (59.).

Die Fans feierten die Mannschaft, die wollte allerdings zu einer weiteren Ehrenrunde nicht mehr aufs Eis zurück. “Ich entschuldige mich bei den Zuschauern, die immer hinter der Mannschaft stehen”, sagte Josef Hefner in der Pressekonferenz. Er könne aber die Spieler verstehen, dass sie nicht mehr raus wollten, “wenn sie in gewissen Foren wochenlang beschimpft und teilweise beleidigt werden”.

Quelle: Der Neue Tag, Rudi Gebert

Bild: Tobias Neubert

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