„Luxus“ für den EV-Nachwuchs

Weidener Eishockeytalente trainieren im Sommer beim Athletenclub Weiden unter Top-Bedingungen – Auch Blue Devils-Spieler fleißig

Weiden. Dirk Salinger ist begeistert. „Das ist ein Luxus“, so der Nachwuchstrainer des 1. EV Weiden. Und sein Trainerkollege Peter Hampl ergänzt: „Darum beneiden uns viele andere Vereine.“ Gemeint ist das Sommertraining des EV-Nachwuchses im Kraftraum des Athletenclubs Weiden. Da, wo die Gewichtheberstaffel des AC Weiden für ihre Wettkämpfe in der 2. Bundesliga trainiert, legen die Weidener Eishockeytalente den Grundstein für den Winter.

Von wegen Sommerpause. Seit Anfang Mai beißen sich die Spieler der Jugend- und Juniorenmannschaft des 1. EV Weiden mehrmals pro Woche durch das harte Training von AC-Trainer Silvio Tröger. Mit Felix Köbele, Thomas Schreier, Oliver Engmann und Marcel Waldowsky gehören auch vier Akteure der Blue Devils zu den regelmäßigen Trainingsbesuchern.
„Silvio schreibt Trainingspläne und koordiniert das Krafttraining, zeigt den Jungs richtiges Langhanteltraining“, weiß Dirk Salinger. Reißen, Stoßen, spezielle Übungen mit den Langhanteln – die jungen Sportler kriegen das volle Gewichtheber-Programm. Und das Krafttraining ist gerade für Eishockeyspieler wichtig: „Mit dem Krafttraining im Sommer legst du den Grundstein für den Winter. Die Beine sind der Motor und die müssen passen“, erklärt Salinger. Die ganze Athletik wird geschult, das Training gibt Kraft für Schultern, Rücken und Bauch – elementar wichtig für jeden Eishockeyspieler.
Und die jungen Eishockeyspieler sind begeistert bei der Sache, Dirk Salinger ist zufrieden mit dem Trainingsfleiß seiner Jungs. „Jeder Einzelne hat sich verbessert ohne Ende, teilweise haben die Oberschenkel um sieben Zentimeter zugelegt.“ 80 bis 120 Klilogramm zu stemmen ist für die fleißigen Kufencracks inzwischen kein Problem mehr. Der Ehrgeiz der Talente ist riesig, schließlich wollen sie auf kurz oder lang den Sprung in die erste Mannschaft schaffen – gute Chancen haben sie alle.
Mit diesem professionellen Krafttraining liegt man beim 1. EV Weiden voll im Trend, gerade das Langhanteltraining ist elementarer Bestandteil eines modernen Eishockeytrainings. Salinger: „In Kanada, Schweden oder Russland wird nur noch so trainiert – die laufen da teilweise sogar mit Baumstämmen durch den Wald.“ Umso begeisterter ist Salinger, dass der Eishockeynachwuchs in Weiden so optimale Bedingungen vorfindet: „Da gibt es nichts Besseres! In Deutschland gibt es vielleicht zwei bis drei Vereine, die einen professionellen Trainer für Krafttraining haben.“ Peter Hampl spricht gar von Bedingungen „wie bei einem DEL-Team“. Ein „Luxus“ also für den EV-Nachwuchs, mit dem Athletenclub und Trainer Silvio Tröger absolute Profis als Nachbarn zu haben.
Aber nicht nur die Kraft wird im Sommer trainiert. Zwei Mal pro Woche trifft man sich auf dem Sportplatz, um ein Ausdauer- und Sprinttraining zu absolvieren. Dazu wird im Eisstadion mit den so genannten „Slide-Boards“ geübt. „Trockenes Schlittschuhlaufen“, erläutert Salinger, wichtig für die Lauftechnik. Nicht zu vergessen natürlich Torschußübungen auf Beton, auf dem schon bald wieder die weiße Eisfläche schimmern soll.
Noch bis zum 12. August stehen die EV-Nachwuchstalente voll im Sommertraining, dann geben die Trainer Dirk Salinger und Peter Hampl ihren Jungs eine Woche frei, bevor es dann ab 20. August endlich wieder aufs Eis im Weidener Eisstadion geht. „Eine Woche Urlaub muss sein“, sagt Salinger und schmunzelt. Von wegen Sommerpause.

Von Thomas Gajewski.

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